Die Jalousie kann schon fahren. Jetzt lernt sie, wann.
Eine Funkfernbedienung ist praktisch. Bis die Sonne blendet, das Fenster gekippt ist und jemand gerade durch die Terrassentür möchte. Genau dann zeigt sich, wie viel eine durchdachte Steuerung im Alltag ausmacht.
Bestehende Raffstores und Funkjalousien lassen sich mit geeigneter Hardware in Home Assistant einbinden. Daraus entstehen Abläufe, die Beschattung, Fensterzustände und manuelle Wünsche zusammenbringen. Die folgenden Beispiele erläutern allgemeine Möglichkeiten einer solchen Nachrüstung.
433,42 MHz: Auf der richtigen Wellenlänge.
„433 MHz“ klingt eindeutig. Bei Funkbeschattung lohnt sich jedoch ein genauerer Blick: Somfy RTS arbeitet mit 433,42 MHz; viele andere Funkgeräte in diesem Bereich nutzen 433,92 MHz. RFXCOM bezeichnet die passende Ansteuerung als RFY. Frequenz, Protokoll und Funkhardware müssen zusammenpassen.
Ein geeigneter RFXtrx kann die Brücke zwischen Home Assistant und unterstützten Antrieben bilden. Nicht jede Ausführung beherrscht RFY. Auch Somfy RTS und Somfy io sind verschiedene Systeme. Deshalb prüfen wir Antriebe und Schnittstellen, bevor wir eine Integration planen.
Der Vorteil: Unterstützte Bestandstechnik kann im Einsatz bleiben und mit Sensoren anderer Hersteller zusammenspielen. So wächst aus einzelnen Geräten eine gemeinsame Bedienung.
Keine Rückmeldung? Laufzeiten mit Augenmaß nutzen.
Manche Funkantriebe melden ihre tatsächliche Position nicht zurück. Dann sind angezeigte Zustände wie „offen“ und „geschlossen“ lediglich Annahmen der Steuerung. Ein gesendeter Befehl bestätigt noch keine ausgeführte Bewegung.
Eine Lüftungsstellung lässt sich beispielsweise aus einer definierten Ausgangslage anfahren: schließen, kurz öffnen, stoppen. Die Öffnungszeit wird am jeweiligen Antrieb abgestimmt. Das ersetzt weder eine gemessene Prozentposition noch einen exakt geregelten Lamellenwinkel. Manuelle Eingriffe und ausgebliebene Funksignale müssen beim Konzept berücksichtigt werden.
Die Sonne geht unter. Das Haus darf vorher fragen.
Beschattung kann sich am Sonnenstand orientieren. Wo eine automatische Fahrt sinnvoll ist, wird sie entsprechend freigegeben. In anderen Situationen ist eine Push-Rückfrage angenehmer: „Raffstore schließen?“ Ein Ja genügt, und die vorgesehene Aktion startet.
Zusätzliche Zeitregeln können als Rückfallebene dienen. Entscheidend sind die Bedingungen: An einem Durchgang darf ein Zeitplan die offene Tür nicht ignorieren. Für geeignete Anlagen lässt sich das Schließen abhängig vom Türkontakt freigeben oder nachholen.
Die Terrasse soll schließlich ein Lieblingsplatz bleiben. Eine spontane Außenübernachtung gehört nicht zum Automatisierungskonzept.
Sonnenschutz mit vorhandener Sensorik.
Manchmal liefert ein vorhandener Sensor bereits einen nützlichen Hinweis. Die Gerätetemperatur eines geeigneten Fensterkontakts kann beispielsweise eine stärkere Erwärmung am Montageort anzeigen. Bleibt der Wert über einen abgestimmten Zeitraum erhöht, lässt sich eine Rückfrage zur Beschattung auslösen.
Gerätetemperatur ist keine Messung der Sonneneinstrahlung. Sie ist auch nicht automatisch eine verlässliche Raumtemperatur. Montageort und Wärmeeinfluss spielen mit. Als ergänzender Auslöser für eine Rückfrage kann der Wert hilfreich sein; für eine gezielte Regelung wählen wir die passende Sensorik.
Gekippt, offen, geschlossen: Drei Zustände, drei Entscheidungen.
Eine gute Fensterlogik unterscheidet diese Situationen, sofern die verwendeten Kontakte sie zuverlässig bereitstellen:
- Gekippt: Eine abgestimmte Lüftungsstellung ermöglicht Luftaustausch und berücksichtigt die Beschattung.
- Ganz offen: Der Durchgang soll frei bleiben. Eine dazu passende Fahrt erhält Vorrang.
- Wieder geschlossen: Nach einer kurzen Wartezeit kann ein vorheriger Steuerungszustand wiederhergestellt werden.
Eine gespeicherte Momentaufnahme sollte dabei ein Ablaufdatum haben. Die passende Stellung von vorhin ist Stunden später möglicherweise überholt. Ohne Positionsrückmeldung bleibt auch das Wiederherstellen auf die Informationen der Steuerung begrenzt.
Du behältst das letzte Wort.
Fernbedienung, Taster, Dashboard und Automatik müssen nachvollziehbar zusammenarbeiten. Auch eine Pausenfunktion braucht einen klaren Umfang: Welche Zeitregeln ruhen? Bleiben Hinweise aktiv? Wie werden Fensterereignisse behandelt?
Genau solche Details stimmen wir ab und testen sie an der Anlage. Eine zeitgesteuerte Bewegung ist dabei kein Hindernissensor und kein technischer Einklemmschutz. Vorhandene Schutzfunktionen sowie die Eignung von Antrieb und Beschattung gehören in die Planung.
Vorhandene Technik sinnvoll weiterdenken.
Trueworx prüft bestehende Antriebe, Funkprotokolle und Schnittstellen und entwickelt daraus eine passende Lösung. Mit verständlicher Bedienung, abgestimmten Laufzeiten und klar dokumentierten Grenzen.
Dein Zuhause darf mitdenken. Du entscheidest, wie weit.
„Die Sonne darf hereinschauen. Sie muss deswegen nicht gleich das Wohnzimmer übernehmen.“
Technischer Hintergrund & Quellen
Allgemeine Funktionsbeispiele; kein Bericht über einen bestimmten Haushalt oder ein Kundenprojekt. Die Eignung wird für die jeweilige Anlage geprüft.